Notiz Nr.

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03.06.2026

Titel mit Handbremse.

Du bist auf dem Papier Führungskraft und trotzdem entscheidet am Ende dein Vorgesetzter.

Du hast den Titel, das Team und die Verantwortung für die Zahlen. Falls du eine hast steht in der Stellenbeschreibung, dass du den Bereich führst. Dann kommt die erste wirkliche Entscheidung, die zählt und du merkst: allein darfst du sie gar nicht treffen!

Die Folge davon? Du gehst mit jedem grösseren Thema eine Ebene höher. Mit der Zeit fragst du gar nicht mehr, ob du entscheiden darfst. Du fragst direkt eine Stufe weiter. Deine Leute merken das schnell und richten sich danach. Sie wissen genau, wer am Ende entscheidet, und gehen dann meist auch den direkten Weg.

Das passiert leider oft, wenn eine Firma wächst. Man verteilt Titel und Verantwortung, weil es mehr zu führen gibt. Aber wer was wirklich entscheiden darf, wächst nicht mit. Die Rollen sind neu, die Entscheidungswege die alten.

Und genau hier verliert man die Guten. Wer führen soll, aber nicht entscheiden darf, hört irgendwann auf sich zu bemühen. Erst rätselt man, dann zieht man sich zurück, dann ist man weg.

Eine Führungsrolle lebt davon, dass man auch wirklich führen darf. Sonst bleibt vom Titel nur die angezogene Handbremse.

Kennt ihr das, eine Führungsposition, in der am Ende doch jemand anderes entscheidet? Und falls ja, wie seid ihr da rausgekommen?

Ob deine Entscheidungswege mit den Rollen mitgewachsen sind, zeigt eine Standortbestimmung deines Unternehmens.

Diese Notiz kommt aus meiner Arbeit mit KMU im Wandel. Wenn dir davon etwas bekannt vorkommt, gibt es einen einfachen ersten Schritt.