Notiz Nr.
7
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10.06.2026
Dringend ist laut. Wichtig ist leise.
Geständnis: Ich habe jahrelang falsch priorisiert.
Die Chance ist gross, dass es dir gleich geht.
Als COO habe ich versucht, konsequent nach der Eisenhower-Matrix zu arbeiten. Dringend oder nicht und wichtig oder nicht. Fühlt sich diszipliniert an. Wenn ich jedoch zurückschaue waren wir damit wohl zu 95% im Feld "wichtig und dringend" unterwegs und die restliche Zeit in "dringend und nicht wichtig".
Die Erklärung dafür ist eher simpel: Die Matrix sortiert, was schon auf dem Tisch liegt. Und auf den Tisch schafft es meistens das, was laut ist. Eskalation, Rechtsfall oder die näher kommende Deadline für etwas.
Der Quadrant 2: wichtig aber nicht dringend meldet sich nie von selbst. Darin befinden sich jedoch Strategie, Strukturen, die eigene Entwicklung und die der Mitarbeiter usw. Alles wird einsortiert und auf später terminiert. Die Matrix gibt dem Aufschieben sogar noch ein gutes Gewissen.
Stephen Covey hat dasselbe Raster anders gemeint:
Plane das Wichtige zuerst, bevor deine Woche sich von alleine füllt.
Was ich mittlerweile verstanden habe ist:
Wer regelmässig in Quadrant 2 arbeitet verhindert Feuer bevor es entsteht und mit der Zeit wird Quadrant 1 von selbst kleiner.
Im Betrieb ist das meist der Grund, wieso Strukturen im Wandel nicht mitwachsen. Entscheidungsmatrix, Übergaben, Wissen aus einzelnen Köpfen dokumentieren etc. liegt alles in Quadrant 2 und nichts davon ist heute wirklich dringend.
Wie ich das bei mir versuche zu ändern:
Fixe Wochenplanung vorab mit Blöcken für ein Quadrant 2 Thema. Nicht verhandelbar. Wie wenn es ein Kundentermin für einen wichtigen Verkauf wäre.
Dringend ist laut. Wichtig ist leise.
Diese Notiz kommt aus meiner Arbeit mit KMU im Wandel. Wenn dir davon etwas bekannt vorkommt, gibt es einen einfachen ersten Schritt.